Für Apotheker

Apotheken­versicherung

Apothekenversicherung: Auf die Details kommt es an

Eine Apothekenversicherung erscheint auf den ersten Blick relativ einfach: Die klassische Betriebshaftpflicht und Betriebsunterbrechung, Werte und Inhalte, und – wer ganz genau sein möchte – die AMG-Deckung, kann in speziellen Fällen auch benötigt werden. Doch so einfach ist es nicht.

Denn gerade die Apothekenversicherung verlangt nach einem prüfenden Blick für die Feinheiten. Tatsächlich kommt es nur vordergründig darauf an, ob eine Police existiert. Gerade im Schadenfall ist es entscheidend, wie genau Ihre Apotheke versichert ist. Wir klären Sie darüber auf, worauf Sie bei der Apothekenversicherung achten müssen.

Eine Apothekenversicherung verlangt äußerste Präzision

Den größten Fehler, den Sie machen können, ist es, auf marktübliche Gewerbepolicen zu setzen. Diese berücksichtigen die berufsspezifischen Risiken nicht, beziehungsweise, nicht rechtsverbindlich. Sie sollten in jedem Fall eine Apothekenversicherung wählen, die die Vorgaben der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) mit einbezieht. Auch Auswirkungen der Pharmazieräte und Amtsapotheker auf die Versicherung können eine Orientierungshilfe bieten.

Neben einschlägigen Sach- und Haftpflichtpolicen sind noch weitere Versicherungsfelder zu prüfen, die für Apothekerinnen und Apotheker essenziell sind: Fehlabgabe, Retax, Datenschutzverletzung oder Reinraum. Denn hier kann es schnell teuer werden. Etwa, wenn Approbierte ausfallen oder Kühlgut, NIR-Spektrometer oder eine Heimbelieferung ausfallen. Auch den Bereich der Personen- und Altersvorsorge sollten Sie nicht außer Acht lassen, denn dieser Bereich eignet sich hervorragend zur Mitarbeiterbindung und zum Senken der Kosten der Personalfluktuation.

Apotheken-Versicherungen sollten sich an der ApBetrO orientieren

Um die für Sie passende Apothekenversicherung zu wählen, sollten Sie Experten konsultieren. Je nach der Strategie, zu denen Ihr Experte Ihnen rät, kann Ihr Schutz entweder sehr allgemein oder auch extrem spezifisch definiert sein. Generell werden Versicherungstarife so gestaltet, dass sie auf eine möglichst große Personenanzahl passen. Um sich abzusichern, sollten sich über Zusatzpunkte in der Versicherung informieren, denn als Apothekerin und Apotheker unterliegen Sie einem Beruf mit einer besonderen Risikoexposition.

Welche Versicherungen braucht eine Apotheke?

Der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung für Apothekeninhaberinnen und -inhaber ist zunächst einmal verpflichtend. Über weitere apothekenspezifische Risiken sollten Sie sich informieren und von einem Versicherungsschutz abdecken lassen. Ihr Versicherungsschutz sollte dem Apothekenrecht entsprechen, damit Sie im Schadensfall nicht für einen Großteil der notwendigen Reparaturen selbst aufkommen müssen. Denn im Zweifelsfall sind Sie die Person, die für den Schaden haften muss. Im Gesundheitswesen kann dies nicht selten ein einschneidendes Erlebnis in der Apothekenkarriere sein.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Ihre Betriebshaftpflichtversicherung optimal zu Ihrem Bedarf passt, dann lassen Sie sich gerne von uns beraten.

Wie sind Apotheker versichert?

Tatsächlich decken bei einer Mehrheit der über 200 in Deutschland zugelassenen Sachversicherungsunternehmen durch die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) die wichtigsten apothekenspezifischen Risiken nicht – oder zumindest nicht rechtsverbindlich – ab. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der individuelle Einschluss über besondere Versicherungsbedingungen, wie sie für Apothekenversicherungen notwendig sind. Diese Versicherungsbedingungen (auch BVB genannt), können sich in der Praxis äußerst schwer gestalten und in unübersichtliche Policen mit inakzeptablen Einschränkungen resultieren.

Ein Beispiel ist hier das Folgende: Ein uneingeschränkter Versicherungsschutz ist in den meisten Fällen nur gegeben, falls „kein Verstoß gegen Vorschriften“ vorliegt. Doch wie soll es eine Fehlbedienung geben, wenn keine Apothekenvorschrift verletzt wurde? Irren ist menschlich. Auch der Kühlschrankinhalt ist nur unter der Vorgabe mitversichert, dass dieser „ständig gewartet und gepflegt ist“. Wie legen Sie das Wörtchen „ständig“ aus – das bedeutet „immer, zu jeder Zeit.“ Können Sie dies wirklich garantieren?

Diese beiden Sonderheiten sind nur zwei von mehr als 15 apothekenspezifischen Risiken. Diese sollten Sie unbedingt bei dem Abschluss einer passenden Police im Auge haben und mindestens alle fünf Jahre auf den Prüfstand stellen. Wir haben für Sie eine Checkliste, aufgelistet nach Betriebsbereichen, zusammengestellt.

Offizin und Apotheke

  • Garantierter Neuwertersatz (unabhängig von Alter und Zustand)
  • Umfassender Einbruch-Diebstahl – auch “Klauen” in der Freiwahl und Vandalismus in der Apotheke
  • Komplette Inventarversicherung – auch außerhalb der Apotheke: Ware, Technik, Schleuse, Werbung, etc.
  • Lückenlose Elektronikversicherung – inklusive Leasing, Daten und Automatiktüren
  • Basisschutz gegen Cyber-Risiken
  • Umfassender Betriebsunterbrechungs-Schutz mit Bilanzsicherungsgarantie

Lager und Abgabe

  • Pharmazierat-Klauseln für die Medikamente und auch die Betriebsunterbrechung
  • Jederzeit voller Versicherungsschutz – unabhängig vom Lagerbestand
  • Um Hausbelieferungen und Verblisterung erweiterte Außenversicherung
  • Arzneimittelverderb im Medikamentenkühlschrank nach DIN 58345 (€ 50.000 und mehr)
  • Extra-Schutz bei Fehlabgabe Contraceptiva

 

Inhaberin und Inhaber

  • Große Betriebshaftpflicht ohne Sterbetafel-Risiko
  • Erweiterte Fehlerhaftung in exponierten Lagen und Umweltschaden-Zusatz für das Eigentum
  • AMF-Vorsorgedeckung nach Kammervorgaben
  • Einschluss von mitbenutzter Medizintechnik, auch in der Aus- und Weiterbildung
  • 10 Jahre kostenfreie Nachhaftung für abgebende Apothekeninhaber

Unser Tipp: Vier zentrale Fragen zur Apothekenversicherung

Bei einer Apothekenversicherung geht es prinzipiell um drei Bereiche: Haftpflicht, Weiterversicherung und Liquiditätsschutz. Neben der Haftpflichtversicherung, die für Apothekeninhaber in den meisten Fällen Pflicht ist, sollten Sie auch eine Werteversicherung und den Liquiditätsschutz zumindest in Erwägung gezogen haben.

Beim Abschluss dieser Versicherungen verdienen die apothekenspezifischen Risiken besondere Beachtung. Denn ohne deren detaillierte Prüfung kann eine Absicherungsentscheidung eigentlich gar nicht gefällt werden.

Sind die apothekenspezifischen Risiken in Ihrer Apotheke ausreichend abgesichert? Machen Sie den Check anhand dieser vier Fragen:

  1. Welche apothekenspezifischen Risiken sind für meine Apotheke relevant? Mehr
  2. Habe ich meine Haftpflichtrisiken hinreichend abgesichert? Mehr
  3. Ist der aktuelle Wert meiner Apotheke in Summe und Sparten korrekt versichert? Mehr
  4. Habe ich rechtliche, gesundheitliche und finanzielle Risiken gut genug versichert und nutze ich die unternehmerischen Chancen der Policen wirklich aus? Mehr

 

Sie möchten ganz genau wissen, wie apothekengerecht Ihre Policen sind?